Schatten – Papier

Inszenierte Performance für Cellistin, Elektronik und Papier in Interaktion mit Kunstwerken von Sena Basöz.
Komposition, Regie, Kostüm: Nora Krahl
Premiere: 19.5.18 Galeri Depot, Istanbul
Deutschlandpremiere: 21.11.18 Hamburger Bahnhof, Berlin

Nora Krahls Performance Schattenpapier ist eine Reaktion auf Sena Başöz Soloausstellung On Lightness, die sich mit der Verarbeitung traumatischer Ereignisse auseinandersetzt und neue Wege der Genesung und Regeneration sucht. Nora Krahls Performance nimmt Walter Benjamins Textpassage Angelus Novus auf, die er – inspiriert von Paul Klees gleichnamigem Bild  – nach Kriegsbeginn 1940 verfasste:
„Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen, aber eine Sturm weht vom Paradiese her […]“
Der Lauf der Geschichte ist in unzähligen Büchern festgehalten und hunderte  Male analysiert worden, aber dennoch scheint die Menschheit sich zu weigern daraus zu lernen. Gefangen in der Welt der beengten Gedanken scheitern die Versuche der Flucht aus dem immer wiederkehrenden Kreis der Handlungen. Aber dennoch bleibt uns nur ein einziger Pfad in die Zukunft: Im Angesicht von Vergangenheit und Gegenwart bleibt nur die Hoffnung und der konstante Versuch, den nicht endenden Kreislauf zu zerbrechen. 

Kunstwerk: Sena Basöz, Forough | Foto: © Tankut Kilic
Kunstwerke: Sena Basöz, Forough und In the Uncertain Light of Single Certain Truth
Foto: © Tankut Kilic